
So pflanzen Sie wurzelnackte Pflanzen richtig ein
Wurzelnackte Pflanzen wirken auf den ersten Blick unscheinbar: ein paar kahle Triebe, darunter ein freies Wurzelwerk – ohne Topf, ohne Erde. Doch genau darin liegt ihre Stärke. Diese Pflanzen sind vital, robust und bereit, in Ihrem Garten Wurzeln zu schlagen. Mit der richtigen Vorbereitung und etwas Geduld wachsen sie zu gesunden, kräftigen Gehölzen heran.
Diese Anleitung zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie wurzelnackte Pflanzen richtig einpflanzen – praxisnah, verständlich und bewährt.
Was sind wurzelnackte Pflanzen oder Wurzelware
Wurzelnackte Pflanzen, die oft als Wurzelware bezeichnet werden, stellen eine traditionelle und besonders nachhaltige Lieferform von Gehölzen wie Bäumen, Sträuchern und Heckenpflanzen dar. Der zentrale Unterschied zu Ballen- oder Containerware ist, dass diese Pflanzen ohne jegliche Erde und ohne Topf angeboten werden. Ihr Wurzelwerk ist offen und liegt frei. Diese klassische Kulturform ist aus mehreren Gründen vorteilhaft: Sie spart Verpackungsmaterial, reduziert die Transportkosten aufgrund des geringeren Gewichts und ist insgesamt sehr ressourcenschonend. Ökonomisch betrachtet sind wurzelnackte Pflanzen bei gleicher Vitalität meist preisgünstiger als Topf- oder Ballenware. Die Verfügbarkeit dieser Pflanzen ist jedoch streng begrenzt. Sie sind nur zu bestimmten Zeiten im Jahr erhältlich, da sie ausschließlich in ihrer natürlichen Ruhephase (der Vegetationspause) verpflanzt werden können – also dann, wenn keine Blätter oder Triebe wachsen. Diese Ruhephase, die in der Regel vom späten Herbst bis zum zeitigen Frühjahr reicht, ist entscheidend für ein sicheres Anwachsen. Während dieser Zeit konzentriert sich die Pflanze auf das Bilden neuer Wurzeln und ist weniger anfällig für den Umpflanzschock. Die Pflanzen sind im Vergleich oft etwas größer und kräftiger gewachsen, benötigen in der Anwachsphase jedoch besondere Pflege und Aufmerksamkeit. Gerade im Frühjahr, wenn die ersten Triebe erscheinen, ist eine absolut ausreichende Bewässerung zwingend notwendig.Unser Sortiment an wurzelnackten Pflanzen finden Sie unter diesen Link.

Der richtige Pflanzzeitpunkt von Wurzelware
Wurzelnackte Gehölze dürfen ausschließlich in der Vegetationspause gepflanzt werden. Diese Ruhephase ist entscheidend für den sicheren Anwuchs, denn während dieser Zeit befinden sich die Pflanzen im Energiesparmodus – sie treiben weder aus noch wachsen sie oberirdisch. Der Fokus liegt auf dem Wurzelaufbau.
Geeignete Pflanzzeiten sind:
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Im Herbst: ab Oktober bis zum ersten Frost
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Im Frühjahr: ab dem Ende der Bodenfröste bis Mitte April
Außerhalb dieser Zeit ist wurzelnackte Ware nicht verfügbar, da ein sicheres Anwachsen dann nicht gewährleistet wäre.

Vorbereitung der Pflanze
Vor dem Einpflanzen sollten Sie Ihre wurzelnackte Pflanze sorgfältig vorbereiten. Die richtige Behandlung vor dem Setzen ist entscheidend für den Erfolg.
Wasserbad zur Vitalisierung
Stellen Sie die gesamte Wurzel für 4 bis maximal 12 Stunden in einen Eimer mit sauberem, kaltem Wasser. Die Wurzeln sollen sich vollständig mit Feuchtigkeit vollsaugen – das stärkt die Pflanze für die nächsten Wochen. Überschreiten Sie die 12 Stunden nicht, da zu langes Wässern die Wurzeln schädigen und zu Fäulnis führen kann.
Rückschnitt von Wurzeln und Trieben
Kontrollieren Sie das Wurzelwerk und schneiden Sie eingerissene, beschädigte oder überlange Wurzeln mit einer sauberen Gartenschere leicht zurück. Der Rückschnitt regt die Bildung neuer Feinwurzeln an und erleichtert das Einsetzen.
Auch die oberirdischen Pflanzenteile können leicht zurückgeschnitten werden. Dies bringt die Pflanze in ein besseres Gleichgewicht zwischen Wurzel- und Triebmasse und fördert die spätere Verzweigung. Besonders bei Heckenpflanzen ist ein erster Rückschnitt hilfreich, um einen gleichmäßigen, dichten Wuchs zu erzielen.
Pflanzung im Garten
Pflanzloch oder Pflanzgraben ausheben
Heben Sie ein Loch aus, das etwa doppelt so breit und tief wie das Wurzelwerk ist. Für Hecken oder mehrere Gehölze nebeneinander eignet sich ein durchgehender Pflanzgraben. Achten Sie darauf, den Boden gründlich aufzulockern, damit sich die Wurzeln ungehindert ausbreiten können.
In schwere, lehmige Böden kann etwas Sand oder Kompost eingemischt werden, um die Durchlässigkeit zu verbessern. Eine Handvoll Hornspäne im Pflanzloch dient als natürliche Startdüngung.
Einsetzen der Pflanze
Stellen Sie die Pflanze mittig in das Loch oder den Graben. Die Wurzeln sollten locker liegen und dürfen nicht abgeknickt sein. Der Wurzelhals – also der Übergang vom Stamm zu den Wurzeln – sollte auf Höhe der Erdoberfläche liegen.
Füllen Sie nun lockere Erde ein und drücken Sie sie sanft an. Anschließend empfiehlt sich das Anlegen eines Gießrands, damit das Wasser beim Angießen nicht seitlich abläuft.
Angießen und Mulchen
Gründlich angießen
Direkt nach der Pflanzung sollten Sie die Pflanze gut mit Wasser versorgen. Gießen Sie je nach Größe mit 10 bis 20 Litern Wasser an, damit die Erde sich um die Wurzeln schmiegt und Lufteinschlüsse verschwinden.
Mulchschicht aufbringen
Eine Mulchschicht schützt den Boden vor Austrocknung und Temperaturschwankungen. Geeignete Materialien sind Laub, Stroh, Rasenschnitt (leicht angetrocknet) oder naturbelassene Holzhäcksel.
Verwenden Sie keinen Rindenmulch. Dieser entzieht dem Boden beim Verrotten Stickstoff, was das Anwachsen junger Pflanzen erheblich stören kann.
Die Mulchschicht sollte etwa 5 bis 10 cm dick sein, aber rund um den Stamm oder Haupttrieb einen Abstand von etwa 5 cm lassen.

Pflege nach der Pflanzung
In den ersten Wochen und Monaten nach dem Einpflanzen ist eine regelmäßige Kontrolle wichtig. Wurzelnackte Pflanzen brauchen Zeit, um neue Wurzeln zu bilden und sich im Boden zu etablieren. Dies kann mehrere Monate dauern.
Im ersten Standjahr ist besonders auf eine gleichmäßige Bodenfeuchte zu achten – auch wenn es äußerlich noch keine Triebe gibt. Gießen Sie bei trockener Witterung regelmäßig nach.
Unkrautfreie Flächen rund um die Pflanze fördern das Wachstum, da keine Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe besteht.
Düngung von wurzelnackten Pflanzen
Zu viel Dünger kann in der Anwuchsphase mehr schaden als helfen. Deshalb gilt: weniger ist mehr.
Beim Pflanzen genügt eine Startgabe in Form von organischem Langzeitdünger, zum Beispiel Hornspänen. Diese geben die Nährstoffe langsam ab und unterstützen die junge Pflanze ohne Überlastung.
Eine weiterführende Düngung erfolgt frühestens im ersten Standjahr – idealerweise im Frühling, wenn die Pflanze neu austreibt. Verwenden Sie dafür einen organischen Gartendünger, der auf die jeweilige Pflanzenart abgestimmt ist.
Diese Pflanzen erhalten Sie bei uns als Wurzelware
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Heckenpflanzen wie Hainbuche, Liguster oder Rotbuche
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Wildhecken mit heimischen Sträuchern für Insekten und Vögel
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Rosen in verschiedenen Wuchsformen: Beet-, Strauch- und Kletterrosen
Zur Übersicht:
https://www.intragarten.de/wurzelware/