Pflanzanleitung für Ziergräser
Ziergräser bringen Leichtigkeit, natürliche Bewegung und eine besondere Struktur in jeden Garten. Sie eignen sich gleichermaßen für Beete, moderne Pflanzflächen und Kübelbepflanzungen. Besonders beliebte Arten sind Federgras, Lampenputzergras, Chinaschilf, Garten-Reitgras, Blauschwingel und Rutenhirse. Je nach Wuchsstärke unterscheiden sich die empfohlenen Pflanzmengen. Kompakte Arten wie Blauschwingel benötigen etwa fünf bis sieben Pflanzen pro Quadratmeter, mittelgroße Sorten wie Federgras werden mit vier bis sechs Pflanzen pro Quadratmeter gesetzt, während große Ziergräser wie Chinaschilf, Rutenhirse oder Reitgras meist einzeln oder mit ein bis drei Pflanzen pro Quadratmeter gepflanzt werden.
Die Pflanzung von Ziergräsern ist grundsätzlich das ganze Jahr über möglich, solange der Boden nicht gefroren ist. Die beste Pflanzzeit ist jedoch der Frühling. Dann haben die Pflanzen die gesamte Saison Zeit, ein starkes Wurzelsystem auszubilden und sich optimal zu entwickeln. Eine Pflanzung im Herbst ist ebenfalls möglich, sollte aber vor allem bei empfindlicheren Arten mit Winterschutz kombiniert werden.
Für ein gesundes Wachstum ist eine gute Bodenvorbereitung wichtig. Die meisten Ziergräser bevorzugen durchlässige, eher sandige oder leicht kiesige Böden. Schwere Lehmböden können mit Sand oder mineralischen Zuschlägen verbessert werden, damit Wasser schneller abfließen kann und keine Staunässe entsteht. Etwas Kompost reicht aus, um die Nährstoffversorgung zu unterstützen, denn die meisten Ziergräser reagieren empfindlich auf zu nährstoffreiche Böden. Der Standort sollte passend zur Grasart gewählt werden. Sonnenliebende Arten wie Lampenputzergras, Federgras oder Blauschwingel gedeihen am besten an warmen, hellen Plätzen. Chinaschilf, Reitgras und Rutenhirse wachsen auch auf frischen, leicht nährstoffreicheren Böden gut. Halbschattige Standorte eignen sich vor allem für einige Seggenarten.
Beim Einpflanzen wird der Wurzelballen vorsichtig aufgelockert und so eingesetzt, dass er bündig mit der Erdoberfläche abschließt. Anschließend wird die Pflanze gut angegossen. In den ersten Wochen nach der Pflanzung benötigen Ziergräser gleichmäßig feuchte, aber nicht nasse Böden. Auch ein regelmäßiges Entfernen von Unkraut in der Anwachsphase ist hilfreich, damit die jungen Pflanzen keine Konkurrenz haben.
Der Einsatz von Unkrautfolie ist bei Ziergräsern nur eingeschränkt geeignet, da viele Arten im Laufe der Jahre breitere Horste bilden und Raum zur Ausdehnung benötigen. Wird dennoch Folie verwendet, sollten die Pflanzöffnungen großzügig gestaltet werden. Sichtbare Folienflächen können mit Mulch oder dekorativen Materialien abgedeckt werden.
Ein wichtiger Teil der Pflege betrifft den Herbst und Winter. Viele Ziergräser sollten im Herbst nicht zurückgeschnitten werden, da dies die Pflanzen anfälliger für Feuchtigkeit und Frost macht. Stattdessen werden die trockenen Halme locker zusammengebunden. Das verhindert, dass Wasser in das Pflanzenherz eindringt, schützt vor Fäulnis und bietet gleichzeitig einen natürlichen Winterschutz. Der eigentliche Rückschnitt erfolgt erst im späten Winter oder frühen Frühjahr. Dann werden die Halme etwa eine Handbreit über dem Boden abgeschnitten, damit die neuen Triebe ungehindert wachsen können.
Ziergräser folgen einem natürlichen Jahresrhythmus und verfärben sich im Herbst, bevor sie über den Winter eintrocknen. Dies ist ein normaler Prozess und kein Zeichen von Schädlingsbefall oder Krankheit. Im Frühjahr treiben sie zuverlässig wieder frisch aus.
Viele Ziergräser eignen sich auch sehr gut für die Pflanzung im Kübel. Dabei sollte auf eine gut durchlässige Erde und eine Drainageschicht geachtet werden. Im Winter benötigen Kübelpflanzen einen zusätzlichen Schutz vor Frost, besonders an der Unterseite. Auch bei Kübelpflanzungen erfolgt der Rückschnitt erst im Frühjahr.