Pflanzanleitung für Bambuspflanzen
Bambus ist eine vielseitige und attraktive Gartenpflanze, die sowohl in modernen als auch in klassischen Gärten eingesetzt wird. Er eignet sich ideal für Hecken, Sichtschutzpflanzungen, Solitärpflanzungen und Kübel. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten: rhizombildende Bambusse, die Ausläufer bilden, und nicht rhizombildende, horstbildende Bambusse, die kompakt wachsen. Zu den rhizombildenden Arten gehören viele Phyllostachys-Sorten. Horstbildende, nicht wuchernde Sorten stammen meist aus der Fargesia-Gruppe und sind aufgrund ihres kompakten Wuchses sehr beliebt.
Die Pflanzung von Bambus ist ganzjährig möglich, solange der Boden nicht gefroren ist. Die beste Pflanzzeit ist jedoch der Frühling, da die Pflanzen dann ausreichend Zeit haben, ein starkes Wurzelsystem auszubilden und sich an ihren Standort zu gewöhnen. Auch eine Herbstpflanzung ist möglich, sollte aber mit Winterschutz kombiniert werden, besonders bei empfindlichen Sorten oder jungen Pflanzen.
Für die Pflanzung wird der Boden gründlich vorbereitet. Bambus bevorzugt nährstoffreiche, humose und gut durchlässige Böden. Staunässe sollte unbedingt vermieden werden, da diese zu Wurzelschäden und braunen Halmen führen kann. Schwere Lehmböden werden durch Sand oder feinen Kies verbessert, während nährstoffarme Böden durch Kompost ergänzt werden können. Der Standort sollte hell bis halbschattig sein, wobei viele Arten auch sonnige Plätze gut vertragen, wenn eine ausreichende Wasserversorgung gewährleistet ist.
Beim Pflanzen wird der Wurzelballen vorsichtig gelockert und in ein Pflanzloch gesetzt, das etwa doppelt so groß ist wie der Ballen selbst. Die Erde wird locker eingefüllt und gut angedrückt. Anschließend wird der Bambus gründlich gewässert. In den ersten Wochen sollten die Pflanzen gleichmäßig feucht gehalten werden, bis sie gut eingewurzelt sind.
Besondere Beachtung verdient der Unterschied zwischen rhizombildendem und horstbildendem Bambus. Rhizombildende, ausläuferbildende Sorten können sich stark im Garten ausbreiten. Um dies zu verhindern, ist der Einbau einer Rhizomsperre zwingend erforderlich. Diese besteht aus stabilem, mindestens zwei Millimeter starkem Material und wird vollständig umlaufend in den Boden eingesetzt. Die Sperre sollte mindestens siebzig Zentimeter tief reichen und mit einer leicht nach außen geneigten Kante montiert werden, damit die Wurzeln nicht darüber hinwegwachsen. Der obere Rand muss einige Zentimeter aus dem Boden herausragen, damit die Ausläufer sichtbar werden und kontrolliert werden können. Ohne Rhizomsperre kann ein rhizombildender Bambus in kurzer Zeit große Gartenbereiche durchwachsen.
Nicht rhizombildende, horstbildende Bambusse wie Fargesia wachsen deutlich kompakter. Sie bilden keine Ausläufer und benötigen daher keine Rhizomsperre. Diese Sorten eignen sich besonders gut für Hecken, kleine Gärten oder Pflanzungen in der Nähe von Terrassen und Wegen. Der Pflanzabstand liegt je nach Sorte meist zwischen sechzig und neunzig Zentimetern, bei großen Arten auch etwas mehr.
Die Pflege von Bambus ist unkompliziert. Eine gleichmäßige Wasserversorgung ist besonders wichtig, denn Bambus benötigt relativ viel Wasser, vor allem im Sommer und in trockenen Perioden. Mulch kann dabei helfen, die Feuchtigkeit im Boden zu halten. Eine Düngung im Frühling und Sommer mit organischem Bambusdünger oder Kompost fördert ein gesundes Wachstum und kräftige Halme. Im Winter sollte darauf geachtet werden, dass Bambus nicht austrocknet, da immergrüne Sorten auch in der kalten Jahreszeit Wasser verdunsten. Junge Pflanzen profitieren zusätzlich von einem Winterschutz aus Mulch, Laub oder Vlies.
Ein Rückschnitt ist bei Bambus in der Regel nicht notwendig, kann aber zur Formgebung oder Begrenzung der Höhe durchgeführt werden. Einzelne Halme können bodennah entfernt werden, ohne den Horst zu schädigen. Horstbildende Sorten wie Fargesia lassen sich problemlos einkürzen. Ausläuferbildende Sorten behalten durch gelegentliche Auslichtung eine schöne Struktur.
Auch in Kübeln gedeiht Bambus sehr gut. Dabei sollte ein ausreichend großes Gefäß mit guter Drainage verwendet werden. Kübelbambus benötigt im Winter zusätzlich Schutz vor Kälte und Frost, besonders an den Wurzeln.